Gemeinsamer Gottesdienst zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Wolmirstedt

Unter dem Motto "Mit Gott auf dem Weg in die Zukunft" fand ein gemeinsamer ökumenischer Gottesdienst zur 1000-Jahr-Feier der Stadt Wolmirstedt statt. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wirkte auch der Chor der neuapostolischen Gemeinde Wolmirstedt mit.

Am Samstag, den 20. Juni 2009, war unsere Gemeinde zum ökumenischen Gottesdienst aller Christen der Stadt Wolmirstedt eingeladen. Dieser fand anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Stadt und zum Jahresfest der Bodelschwingh-Haus Stiftung auf dem oberen Burgberg der Schlossdomäne Wolmirstedt unter freiem Himmel statt. Die Stiftung kümmert sich um Menschen mit Behinderungen, betreut diese bei der Arbeit in den Werkstätten, in Tageseinrichtungen und Wohnungen und hat sich in den vergangenen 17 Jahren mit zahlreichen Projekten verdient gemacht. Der langjährige Leiter der Einrichtung, Diakon Arvid Schaub, wurde am Ende des Gottesdienstes nach Karlsruhe verabschiedet.

Der Gottesdienst begann im dreieinigen Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Besondere Freude wurde darüber ausgedrückt, dass sich Christen aus unterschiedlichen Konfessionen versammelt haben, um einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern. Der Gottesdienst wurde von dem Chor der neuapostolischen Gemeinde Wolmirstedt mit dem 71. Psalm "Herr, mein Gott, ich traue auf dich", Nr. 58 aus unserer Chormappe, dem "Ave Verum" von W. A. Mozart, "Lean on me" von Bill Withers und dem Traditional "Swing low sweet chariot" umrahmt.

Kreiskantor Gerhardt Noetzel leitete die gemeinsamen Lieder "Lobet und preiset, ihr Völker, den Herrn", "Bewahre uns Gott, behüte uns Gott" und "Wie ein Fest nach langer Trauer". Sehr interessant war die gesungene Fassung vom "Vater Unser" in der sich Vorsänger und Gemeinde abwechselten.Erst etwas ungewöhnlich für einen Gottesdienst war das bekannte "Mah-Nà-Mah-Nà, bidibidibip..." von Pierro Umiliani, auch bekannt als Lied aus der "Sesamstraße". Das Lied erzählt eigentlich vom Zug Moses und seinem Volk durch die Wüste. Sie waren drei Wochen gezogen und bemerkten, dass sie einen starken Hunger hatten: "'Wo bleibt unser Mah-Nà, Mah-Nà?' Der Älteste aber unter ihnen sprach 'Mah-Nà, Mah-Nà' und Gott antwortete: 'bidibidibip ...'"

Das passte, denn der biblische Bezug in diesem Gottesdienst war der Auszug des israelitischen Volkes aus Ägypten und die Wüstenwanderung. Trotz Mangel an Nahrung und Wasser gab Gott täglich seine Hilfe. Das Manna vom Himmel war die Grundlage zum Überleben. Jeder konnte individuell so viel sammeln und essen wie er wollte und wurde satt. Manna konnte man nicht bevorraten, sondern es musste jeden Tag neu gesammelt werden, bis auf den Sabbat, da reichte es für zwei Tage. Man musste sich also bewegen und etwas tun. Auch heute legt Gott uns nichts in den Schoß, aber vor die Tür. Wir dürfen nicht jammern, dass früher alles besser war, dürfen nicht nur auf Gottes Hilfe warten, sondern müssen auch einen Schritt tun und in Bewegung sein. Gott schenkt seine Hilfe jeden Tag, wenn wir nicht in Altem verharren.

Auch unsere Vorfahren in Wolmirstedt haben Häuser gebaut, haben Schritte getan, haben sich bewegt und so ist unsere Stadt gewachsen und 1000 Jahre erhalten geblieben. Auch wir wollen nicht untätig sein und uns jeden Tag aufs Neue bewegen und uns einbringen.

Zum Abschluss wurde von allen Teilnehmern das Lied "Bewahre uns Gott, behüte uns Gott" gesungen. Dieser Gottesdienst hat uns gezeigt, dass wir mittendrin und dabei sind. So wollen wir in die Zukunft sehen und dabei nicht müde werden.

Wir danken der evangelischen und katholischen Kirche sowie der Pfingstgemeinde herzlich für ihre Einladung zu diesem besonderen Gottesdienst und wünschen uns, dass wir als Christen der Stadt weiterhin eine schöne und offene Beziehung pflegen.

J.P.

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