Kinder brauchen Träume

Unter diesem Motto kamen vom 20. bis 22. Juni 2014 60 junge Musiker im Alter von 9 bis 14 Jahren zum 13. Kinderchor- und Kinderorchester-Wochenende der Gebietskirche Sachsen-Anhalt zusammen.

Zum wiederholten Male bot die Jugendherberge in Wernigerode ideale Bedingungen für ein intensives Probenwochenende. Alle Musiker, ihre Dirigenten und Betreuer verband der „Traum“ von einem gelungenen Abschlusskonzert am Sonntag.

Wenn so viele Kinder auf engstem Raum zusammenkommen, ist das mitunter eine wuselige Angelegenheit – da bleibt zum Träumen wenig Zeit. Nachdem die erste Aufregung um die Zimmerverteilung verflogen war, gestaltete sich das selbstständige Bettenmachen für manche Kinder mit kurzen Armen zu einem kleinen Albtraum. Aber schnell konnten die Betreuer dabei helfen, dass in der Nacht jedes Kind auf weichen Kissen wunderbar ins Träumeland gelangen konnte.

Dann begann die Probenarbeit für die Orchestermusiker zunächst in ihren Stimmgruppen, während alle Klavier- und Orgelspieler den Kinderchor bildeten.

In der Gesamtprobe am nächsten Vormittag wurde unter den staunenden Blicken der Kinder ein großer Buchenzweig aufgestellt. Seine Zweige boten ausreichend Platz für die vielen Wünsche und Träume der Kinder. Jedes Kind konnte seine Wunschträume auf bunten Karten aufschreiben. Dieser „Träume-Baum“ und seine bunten „Wünsche-Blätter“ luden zum Abschlusskonzert alle Besucher zum Verweilen, Nachdenken und Schmunzeln ein.

Am Samstagnachmittag gab es neben den Proben auch Gelegenheit, sich ohne Instrument mit dem Motto des Wochenendes zu beschäftigen:

Auf großen Leinwänden konnten die Kinder gemeinsam mit unterschiedlichen Materialien ihr Traumland entwerfen. Noch handwerklicher waren die Gruppen unterwegs, die mit Holz und großen luftgefüllten Zeppelinen ein Traummobil bastelten. Hier waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt und so entstanden einzigartige traumhaft schöne Mobile, die quasi fahren und fliegen konnten.

In diesem Jahr wurde erstmals das Konzertprogramm von den Kindern selbst gestaltet. Die großen Kinder befassten sich in einer „Jugendstunde“ mit den Begebenheiten der Bibel, bei denen Träume eine Rolle spielten und tauschten Gedanken zu ihren eigenen Wünschen und Träumen aus. Die Bandbreite umfasste die alltäglichen Wünsche, das Miteinander in ihrer Familie und Gemeinde sowie die irdische und geistige Zukunft. Die Ergebnisse waren Bestandteil im Kindergottesdienst am Sonntagmorgen und wurden ebenfalls den Zuhörern im Abschlusskonzert vorgestellt.

Ein umfangreiches Kuchenbuffet versüßte diesen Nachmittag. Ein herzliches Dankeschön an alle fleißigen Kuchenbäcker aus der Gemeinde Wernigerode.

Bei aller Musikbegeisterung geht natürlich eine Fußball-WM nicht spurlos an solch einem Probenlager vorüber. Trotz später Stunde ließen sich viele das Spiel nicht entgehen und teilten den Traum vom Weiterkommen der deutschen National-Elf in der Vorrunde.

Der Sonntag begann mit einem eigenen Kindergottesdienst. Passend zum Thema Wünsche und Träume wählte Hirte Andreas Lutz die Begebenheit des Königs Salomo, der im Traum von Gott nach einem Wunsch gefragt wurde, als Grundlage für den Gottesdienst. Er rief die Kinder dazu auf, wie Salomo dem Wunsch nach einem gehorsamen Herz nachzueifern.

Nach dem Mittagessen begann die Abreise mit zwei Bussen zum Abschlusskonzert nach Halberstadt in unsere Kirche. Als überraschender Albtraum erwies sich einer der Busfahrer, der den Kinderchor in Halberstadt an einer anderen Kirche absetzte und wegfuhr. Nach ein paar aufgeregten Telefonaten und einem unfreiwilligen Gepäckmarsch durch die Halberstädter Innenstadt war dieser Albtraum nach bangen 30 Minuten zum Glück vorüber.

Die Gemeinde Halberstadt hieß die Kinder herzlich willkommen. Eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel ließ die Aufregung vor dem Konzert nicht zu groß und die Überbrückungszeit nicht lang werden.

Um 16 Uhr begrüßte der Vorsteher der Gemeinde, Hirte Fred Liebzeit, die zahlreichen Konzertbesucher. Kathleen Stangl und Kathleen Abel leiteten den Kinderchor mit seinen Liedern. In diesen erhielten die Zuhörer einen Einblick, wovon Kinder träumen, warum sie Träume brauchen und welche Wunschträume sie ihren Nächsten mit auf den Weg geben. Dazu lud das Orchester mit passenden Stücken unter der Leitung von Kerstin Pfützner zum Träumen und Nachdenken ein. Eine Präsentation, von Dirk Voigt gestaltet, untermalte mit stimmungsvollen Bildern die musikalischen Darbietungen. Der Bogen des Programms reichte von Wunschträumen unser irdisches Leben betreffend über Träume, die unsere Zukunft bei Gott beschreiben bis zu Abendträumen, die die Kinder in die Nacht begleiten. Alle Beiträge wurden mit reichlich Applaus bedacht und zum Abschluss mit „Standing Ovations“ honoriert.

Nun bleiben allen Beteiligten die dankbare Erinnerung an ein erlebnisreiches und traumhaftes Wochenende und der Wunsch, noch möglichst lange die schönen Eindrücke im Herzen zu behalten und vom nächsten Jahr zu träumen.

St.J.