Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Offenbarung 1,8: „Ich bin das A und das O, spricht Gott der Herr, der da ist und der da war und der da kommt, der Allmächtige.“ Der Bezirksapostel stellte die liebevolle Beziehung Gottes zu den Menschen in den Mittelpunkt und verglich sie mit einer Familie, in der jeder seinen festen Platz hat. Gott kennt seine Kinder, liebt sie und bereitet sich auf die Gemeinschaft mit ihnen vor.
Im Blick auf das 100-jährige Bestehen der Gemeinde Jessen würdigte er die Treue früherer Generationen. Gleichzeitig richtete der Bezirksapostel den Blick nach vorn. Die Gemeinde lebe weiter durch neue Generationen, durch geistliche Dienste, Musik und vielfältiges Engagement. Das Jubiläum sei Anlass, den eigenen Glauben sowie die Versprechen aus Taufe und Konfirmation bewusst zu erneuern.
Das Bibelwort mache deutlich, dass Jesus Christus von Anfang an gegenwärtig war, bei der Schöpfung, im Alten Testament und im gesamten Heilsplan. Er wurde Mensch, lebte unter den Menschen und zeigte, wie ein gottgetreues Leben aussieht. Jesus Christus lädt zur Nachfolge ein. Er gibt Orientierung wie ein Bergführer, der den sicheren Weg weist. Auf dem von ihm gelegten Fundament ist die Kirche gegründet. Sie bleibt bestehen bis zu seiner Wiederkunft. Der Bezirksapostel rief alle Gläubigen auf, der Kirche Christi treu zu bleiben.
Weiterhin erinnerte der Bezirksapostel daran, dass der Glaube von Vorbildern geprägt wird. Was wir empfangen haben, sollen wir weitergeben und andere darin unterstützen. Trotz aller Veränderungen in der Kirche bleibe das Evangelium unverändert. Jesus Christus sei auch heute gegenwärtig. Er lädt alle ein, mit ihren Lasten zu ihm zu kommen und schenkt Vergebung, Nähe, Hilfe und Begleitung.
Das Christsein müsse im Alltag sichtbar werden. Dem Heiligen Geist solle Raum gegeben werden, in Gedanken, Entscheidungen und Reaktionen, etwa durch Geduld, Ruhe und eine positive Haltung.
Abschließend verwies der Bezirksapostel auf die Verheißung aus der Offenbarung: „Siehe, ich komme bald“, sowie auf die Antwort der Gemeinde: „Amen, komm, Herr Jesus.“ Diese Hoffnung solle im Herzen getragen werden und zu Vergebungsbereitschaft, Nachfolge, Gehorsam und aktiver Mitarbeit im Werk des Herrn führen. Die Gemeinde warte nicht passiv, sondern bereite sich bewusst auf das Kommen Christi vor.
Apostel Korbien brachte in seiner Predigtzugabe zunächst seinen Dank über den Besuch des Bezirksapostels zum Ausdruck, der eine weite Reise auf sich genommen hatte, um der Gemeinde zu dienen. Die Gewissheit, dass Jesus Christus der Anfang und das Ende ist, schenkt Sicherheit und nimmt jede Angst vor Verlust. Gottes Allmacht sei nicht als Macht der Herrschaft zu verstehen, sondern als Macht der Liebe, die Geborgenheit schenkt, heute und in Ewigkeit.
Bezirksvorsteher Priester Mirko Kramer erinnerte an die vielen Brüder und Schwestern, die mit großem Einsatz und aus Liebe zu Gott am Aufbau der Gemeinde mitgewirkt haben. Besonders hob er die prägende Rolle der Lehrer und Seelsorger hervor, die den Glauben weitergegeben und das Beten gelehrt haben. Ein gemeinsames Gebet besitzt eine große Kraft, verbindet Generationen und trägt bis heute.
Die musikalische Ausgestaltung erfolgte durch Instrumentalspiel sowie durch den Gemeindechor, unterstützt von Sängerinnen und Sängern aus dem Bezirk. Mit einer Strophe aus dem Lied „Gott mit mir auf allen Wegen“ (Chorbuch Nr. 257) setzte der Chor den musikalischen Schlusspunkt.
Neuapostolische Kirche